Ein klares JA

Das aktuelle Statement von Hacer Toprakoglu

Hacer Toprakoglu
Foto: Yvonne Sophie Thöne

Für diejenigen, deren Zugehörigkeit als selbstverständlich angesehen wird, spielt die Frage der Zugehörigkeit eine andere Rolle als für diejenigen, die als Andere kategorisiert werden und deren Zugehörigkeit umstritten ist oder gar abgelehnt wird. Kulturelle Vielfalt in der Deutschen Gesellschaft sollte als Vielfalt gesehen und erlebt werden. An Gefühlen der Unsicherheiten wäre auf beiden Seiten konstruktiv zu arbeiten. So wie Adorno sagte, sollten Menschen „ohne Angst verschieden sein können“.

Wieso wird die sogenannte doppelte Identität als Zugehörigkeitsdilemma empfunden? Wenn in der Theorie die Frage nach der Zugehörigkeit mit der Anerkennung von hybriden Identitäten, die alles in sich vereinbaren, beantwortet wird und es eine individuelle und gesellschaftliche Bereicherung und Chance ist, dass Menschen bi- bzw. multikulturell sein können, wieso erfahren sie dann noch immer eine stetige Spiegelung ihres vermeintlichen Andersseins durch ihre Außenwelt und stellen sich die Frage „Wer/was bin ich?“?

Doch wie kann das praktisch gelingen, das mehrkulturelle Bewusstsein dieser jungen Menschen zu fördern und Rechts- und Chancengleichheit herzustellen?

Zuerst: Die Antwort auf die Frage nach der gesellschaftlichen Zugehörigkeit von Menschen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren und/oder aufgewachsen sind, muss ein klares JA sein: Dieses Ja bedeutet die Anerkennung von hybriden Identitäten und von Mehrfachzugehörigkeit. Diese Anerkennung – deutsch-türkisch, arabisch-deutsch, muslimisch-deutsch, jesidisch-deutsch, afrikanisch-deutsch usw. – sollte für Heranwachsende in Deutschland eine Selbstverständlichkeit werden. Dann gelingt es leichter, dass aus dieser kulturellen Vielfalt viele Ressourcen für unsere Gesellschaft erwachsen.